Bohnen – knackig-grüner Genuss

Grüne Bohnen sind die zartesten Vertreter der großen Bohnenfamilie. Frisch auf dem Tisch schmecken sie in vielen Gerichten von fein bis deftig. Im Sommer lassen sie sich köstlich mit sonnengereiften Tomaten kombinieren, im Herbst kommen sie als wärmender Eintopf auf den Tisch. Ihr pflanzliches Eiweiß ist nicht nur für Vegetarier interessant. Außerdem begeistern sie im Garten, wo sie mit ihren hübschen Schmetterlings-Blüten ein echter Blickfang sind. Von der folgenden Ernte gar nicht zu reden.

Reife Bohnen an der Pflanze
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Wann haben grüne Bohnen Saison?

Grüne Bohnen wachsen als Busch- oder Stangenbohnen und gehören zu den Hülsenfrüchten. Ab dem Frühjahr wachsen sie bei steigenden Temperaturen in ganz Deutschland, zuerst im Treibhaus, ab Juli dann auch im Freiland. Die Saison geht bis in den späten Herbst. Ganz zarte grüne Bohnen kommen oft aus Kenia und heißen daher auch Kenia-Böhnchen. Praktisch vorbereitet und immer zu haben sind tiefgekühlte grüne Bohnen.

Strauch voller reifer Bohnen
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Welche Bohnensorten gibt es?

Auch wenn oft einfach von grünen Bohnen die Rede ist, stecken verschiedene Sorten dahinter. Nach ihrer Art zu wachsen, werden Stangen- und Buschbohnen unterschieden.

Stangenbohnen ranken an Stäben oder Gerüsten bis zu drei Meter empor. In der Küche landen sie gerne in Suppen oder Eintöpfen. Die breiten, flachen Schnittbohnen werden auch Schnippelbohnen genannt.

Stangenbohnen
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Buschbohnen wachsen, wie der Name schon sagt, an kleinen Büschen und haben einen runden Querschnitt. Stricknadel-dünn geerntet heißen sie Haricots verts oder Kenia-Böhnchen, etwas kräftiger sind es dann Prinzessbohnen, noch später heißen sie dann Delikatessbohnen.

Ebenfalls zu den Buschbohnen gehören die Brechbohnen, die zum Essen in mundgerechte Stücke gebrochen werden. Es gibt sie in grün oder gelb.

Grüne Bohnen
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Gelbe Sorten von Busch- und Stangenbohnen heißen auch Wachsbohnen. Sowohl Busch- als auch Stangenbohnen gibt es in den Güteklassen I und II im Handel.

Grüne Bohnen kaufen und lagern

Grüne Bohnen sind nicht lange haltbar, auch deshalb sollte man schon beim Einkauf besonders auf Frische achten. Richtig frische Bohnen brechen beim Biegen einfach durch. So knackig bleiben sie im Kühlschrank etwa zwei bis drei Tage, am besten in einem fest verschlossenen Behältnis. Bohnen gehören nicht neben Äpfel oder Tomaten, denn die strömen ein Reifegas aus. Hier werden sie schnell schlapp und bekommen braune Flecken.

Korb voller Bohnen auf dem Wochenmarkt
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Eine andere Lagermöglichkeit ist das Tiefkühlen. Dazu werden möglichst frische Bohnen vorbereitet, kurz blanchiert, in Eiswasser abgeschreckt und eingefroren. Dann sind sie mehr als ein Jahr lang frisch.

Bohnen immer kochen!

Alle Bohnensorten dürfen nur gegart verzehrt werden. Im rohen Zustand enthalten sie den Giftstoff Phasin, der das Blut verkleben lässt, so dass kein Sauerstoff mehr transportiert werden kann. Beim Kochen wird Phasin aber zuverlässig zerstört. Für die zarten Prinzessböhnchen genügt eine Garzeit von fünf bis sieben Minuten, während kräftigere Sorten auch mal 10-20 Minuten kochen müssen.

Pfanne voller Prinzessbohnen
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Grüne Bohnen in der Küche

Frische grüne Bohnen sind super-vielseitig. Zugegeben, sie machen ein bisschen Arbeit, aber die wird auf jeden Fall belohnt. Zuerst die Bohnen gründlich waschen, bei kleineren Sorten einfach die Enden kappen, größere Exemplare in mundgerechte Stücke teilen. Wenn beim Schneiden Fäden entstehen, bitte abziehen, denn die bleiben auch beim Kochen hart.

Die vorbereiteten Bohnen in kochendem Salzwasser garen, je nach Dicke zwischen 5 und 20 Minuten. Um den richtigen Garzeitpunkt zu finden ist es sinnvoll, zwischendurch zu probieren. Wenn die Bohnen beim Draufbeißen quietschen, brauchen sie noch ein paar Minuten.

Damit die Bohnen leichter verträglich sind, hilft es Bohnenkraut, Kümmel oder Oregano ins Kochwasser zu geben. Dann bekommen die Bohnen zusätzliches Aroma. So gegart schmecken sie als mediterraner Salat, klassisch mit Kartoffeln und Speck oder in einem wärmenden Eintopf.

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Grüner Bohnensalat mit Oliven und getrockneten Tomaten
Grüner Bohnensalat

Welche Nährstoffe stecken in grünen Bohnen?

Als Hülsenfrüchte enthalten Bohnen nicht nur reichlich Ballaststoffe, sondern zusätzlich pflanzliches Eiweiß. Aber auch bei Vitaminen und Mineralstoffen müssen sie sich nicht verstecken. Neben den Vitaminen C und fast der gesamten B-Gruppe enthalten sie zum Beispiel Kalzium, Magnesium und Eisen. Ihr Gehalt an Folsäure ist vor allem für Schwangere interessant.

Grüne Bohnen – Durchschnittliche Nährwerte je 100g
Kalorien 33 kcal
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 5 g
Ballaststoffe 2 g
Eiweiß 2,4 g

Unsere liebsten Bohnen-Rezepte

Da ihr nun sachkundige Bohnen-Spezialisten seid, kann es ja ans Kochen gehen. In unserer Bohnen-Rezeptsammlung findet ihr viele tolle Ideen mit Bohnen als Hauptzutat oder Beilage. Schaut doch mal rein!

Saisonkalender für Gemüse

Viele weitere Infos über frisches Gemüse findet ihr übrigens in unserer Einführung in die regionale und saisonale Ernährung. Und wenn ihr, neben Bohnen auch die Saisonzeiten anderer Gemüsesorten erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibt’s frisches Gemüse satt!

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Autor:in

Porträt von Steffi Sinzenich

Julia Icking

Julia ist Diplom-Ökotrophologin und betreibt ein eigenes Text­büro mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Ernährung. Für unser Gaumenfreundin-Magazin schreibt sie zu allen Themen rund um Ernährung, eine gesunde Lebensweise und die Warenkunde von Lebensmitteln.

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