Erdbeeren – Sommerliche Schönheiten mit einem Geheimnis

Es ist Erdbeerzeit und die süßen Früchte haben ein kleines Geheimnis: Die Erdbeere ist eigentlich gar keine Beere. Nein, sie macht es gerne kompliziert, denn sie ist eine Sammelnussfrucht. Ja, ihr habt richtig gehört. Als Nüsse bezeichnen Fachleute die kleinen Knubbel auf der Erdbeere, die die wirklichen Früchte der Pflanze sind. Aber ganz ehrlich, wen interessiert die korrekte Bezeichnung, wenn es um so etwas köstliches wie Erdbeeren geht? Wie gut, dass es so eine große Sortenvielfalt gibt, die uns über Monate hinweg mit leckeren, heimischen Beeren versorgt!

Ein Korb voller Früchte in der Erdbeerzeit
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Wann ist Erdbeerzeit?

Erdbeeren sind ein klassisches Saisonobst, denn am allerbesten schmecken sie direkt vom Feld. Lange Transportwege schaden nicht nur dem Klima, sondern auch dem Geschmack, denn Erdbeeren sind ziemlich empfindlich. Es lohnt sich also auf die heimische Erdbeerzeit zu warten, die meist im Mai beginnt. Wann genau hängt davon ab, wie warm oder kühl das Frühjahr ausfällt. Die allermeisten heimischen Erdbeeren werden zwischen Juni und August gepflückt. Zum Glück gibt es aber so viele verschiedene Sorten, dass die Saison von Mai bis in den Oktober reicht. Treibhaus- und Tunnelanbau helfen dabei, die Saison zu verlängern.

Ein Selbstpflückerfeld in der Erdbeerzeit
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Erdbeeren – ein Name, viele Sorten

Insgesamt gibt es mehr als 1000 Erdbeersorten, die weltweit wachsen. Frühe Sorten heißen Lambada – eine sehr süße Sorte – oder Honeoye – mit einem leicht säuerlichen Aroma. In Deutschland wird vor allem die Sorte Elsanta angebaut. Ihre glänzend roten Früchte sind relativ fest und damit nicht ganz so druckempfindlich. Sie reifen etwa zur Mitte der Saison. Die Sorte Symphony mit ihrem festen Fruchtfleisch und dem süßen Geschmack reift eher zum Ende der Saison.

Extra-Tipp für Gartenbesitzer:
Wenn ihr ein Stückchen Beet frei habt, lasst dort Walderdbeeren wachsen. Diese winzigen Ur-Erdbeeren schmecken besonders aromatisch.

Erdbeeren auf weißem Hintergrund
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Erdbeeren kaufen und lagern

Erdbeeren sind echte Mimosen. Sie bekommen leicht Druckstellen und können nur kurz gelagert werden. Schon deshalb ist es sinnvoll, regionale Ware zu bevorzugen. Wer richtig leckere Früchte kaufen möchte, sollte darauf achten, dass alle Beeren gleichmäßig gefärbt sind. Dabei sind helle und dunkle Sorten erhältlich. Die Farbe gibt zunächst keinen Hinweis auf den Geschmack. Anders sieht es aus, wenn die Früchte helle Stellen aufweisen, zum Beispiel rund um den Stielansatz. Das ist ein klares Zeichen für unreife Früchte.

Übrigens reifen Erdbeeren im Gegensatz zu anderen Früchten nicht nach. Richtig reife Erdbeeren sind an einer glänzenden Oberfläche zu erkennen. Mit zunehmender Reife wird die Oberfläche matt. Wenn möglich lohnt sich beim Einkaufen auch ein Blick von unten in die Schale. Hier lassen sich ausgetretene Flüssigkeit, zerdrückte Früchte oder erste Anzeichen von Schimmel erkennen. Dann heißt es natürlich: Finger weg!

Erdbeerschüssel voller frischer Erdbeeren

Nach dem Einkauf gilt es, die Erdbeeren rasch nach Hause zu transportieren. Wer es hier wirklich schafft, nicht alle Früchte gleich pur zu naschen, stellt die Beeren ungewaschen mit Stiel und Blättern ins Gemüsefach des Kühlschranks. Dabei dürfen die empfindlichen Früchte auf keinen Fall gequetscht werden. Gut gekühlt bleiben Erdbeeren etwa zwei Tage frisch. Wer sie länger aufheben möchte, kann die Beeren waschen und in den gewünschten Portionen einfrieren.

Erdbeeren der Küche

Wenn die Erdbeeren frisch und heil zu Hause angekommen sind, sollten sie vor dem Verzehr gewaschen werden. Am besten in stehendem, kaltem Wasser, damit der Wasserstrahl ihnen keine Druckstellen zufügt. Ein kurzes Bad genügt, um Staub und Erde abzuwaschen. Anschließend noch die Stielansätze abschneiden und schon sind die Erdbeeren bereit für den Verzehr.

Fruchtiger Salat mit grünem Spargel, Erdbeeren, Rucola und Feta
Spargel-Erdbeersalat mit Rucola und Feta

Welche Nährwerte liefern Erdbeeren?

Wer hätte das gedacht? In Erdbeeren steckt mehr Vitamin C als in Zitronen. Schon 150 Gramm decken den Tagesbedarf. Dazu kommen die Vitamine Vitamin B1, K und Folsäure, genauso wie die Mineralstoffe Zink, Kupfer und Mangan. Außerdem stecken in den roten Früchtchen sogenannte Polyphenole, die entzündungshemmend wirken und vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen können.

Durchschnittliche Nährwerte je 100 Gramm
Kalorien 32 kcal
Fett 0,4 g
Kohlenhydrate 5,5 g
Ballaststoffe 2 g
Eiweiß 0,8 g

Erdbeer-Rezepte

Wie wäre es mit einem Erdbeerbecher mit Vanilleeis und Sahne oder einem sommerlichen Smoothie? Ausgefallener wird es in herzhaften Kombinationen mit Basilikum und Balsamico oder grünem Spargel.

Saisonkalender für Obst

Viele weitere Infos über frische Früchte findet ihr übrigens in unserer Einführung in die regionale und saisonale Ernährung. Und wenn ihr mehr über die Saisonzeiten weitere Obstsorten erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibts frische Früchtchen satt!

Erdbeeren Infografik - Warum Erdbeeren so gesund sind

Beitragsbild: akf / stock.adobe.com

Autor:in

Porträt von Steffi Sinzenich

Julia Icking

Julia ist Diplom-Ökotrophologin und betreibt ein eigenes Text­büro mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Ernährung. Für unser Gaumenfreundin-Magazin schreibt sie zu allen Themen rund um Ernährung, eine gesunde Lebensweise und die Warenkunde von Lebensmitteln.

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