Die Süßkartoffel – roh und gegart ein Küchenstar

Seit wann genau die Süßkartoffel aus dem Gemüseangebot nicht mehr wegzudenken ist, lässt sich kaum noch klären. Wichtig ist nur, dass sie lecker schmeckt. In der amerikanischen Küche hat die Süßkartoffel einen großen Stellenwert und in den gesamten Tropen gilt sie als Grundnahrungsmittel. So ähnlich wie hierzulande die Kartoffel. Hier enden die Gemeinsamkeiten zwischen Kartoffel und Süßkartoffel aber auch schon fast. Allerdings sind beide sehr vielseitig in der Küche.

Geerntete Süßkartoffeln
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Wann haben Süßkartoffeln Saison?

Eigentlich ist es der wärmeliebenden Süßkartoffel bei uns zu kalt. Aber neue Sorten und sonnige Sommer ermöglichen auch bei uns eine Süßkartoffel-Saison. Die heimischen Knollen kommen ab Mitte September und im Oktober in den Handel. Danach gibt es Lagerware oder Knollen aus Übersee. Viele Süßkartoffeln wachsen in den USA, China und Israel. In Europa werden sie auch in Spanien und Portugal angebaut, Bioware stammt meist aus Spanien oder Italien.

Welche Süßkartoffel-Sorten gibt es?

Bei uns im Handel ist die spindelförmige bis ovale, große Knolle mit bräunlicher Schale üblich. Im Inneren verbirgt sich eine tolle orangene Farbe und ein süßlich-milder Geschmack. In China dagegen wachsen Süßkartoffelsorten mit weißem oder gelblichem Fruchtfleisch. Auch eine Sorte mit kräftig roter Schale gibt es in Asien. Bataten und Süßkartoffeln sind übrigens das gleiche.

Verschiedene Süßkartoffel-Sorten
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Sind Kartoffel und Süßkartoffeln verwandt?

Die Antwort ist ein klares Nein. Zwar stammen beide ursprünglich aus Südamerika, gehören aber unterschiedlichen Pflanzenarten an. Kartoffeln sind Nachtschattengewächse, während Süßkartoffeln zu den Windengewächsen gehören. Sie gedeihen sogar im Balkonkasten, den sie mit jeder Menge grünen Blättern und hübschen Blüten verschönern. Und diese Blätter sind – im Gegensatz zu den giftigen Blättern der Kartoffel – sogar essbar. In Afrika kommen sie als spinatähnliches Gericht auf den Tisch.

Süßkartoffeln kaufen und lagern

Wer Süßkartoffeln kaufen möchte, sollte auf eine unversehrte Schale achten und darauf, dass die Knollen keine faulen Stellen oder Triebe zeigen. Unbeschädigte Knollen sind mehrere Wochen lagerfähig, am besten in einem kühlen, trockenen und dunklen Keller. In den Kühlschrank gehören Süßkartoffeln nicht. Wer eine längere Lagerdauer braucht, kann sie schälen, in Scheiben oder Würfel schneiden, garen und auf Vorrat einfrieren.

Geschnittene Süßkartoffel
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Süßkartoffeln in der Küche

Süßkartoffeln sind in der Küche sehr vielseitig und kommen als Beilage oder in der Hauptrolle auf den Tisch. Die großen Knollen schmecken leicht süßlich bis nussig, irgendwo zwischen Möhre und Kürbis. Die bräunliche Schale ist zwar essbar, aber eher fest und schmeckt nicht so gut.

Süßkartoffeln sind viel schneller gar als normale Kartoffeln. Sie schmecken als Püree oder Suppe, Gnocchi oder Pfannengericht, Auflauf oder Gratin. Süßkartoffeln aus dem Ofen oder als Pommes zubereitet sind schon fast ein Klassiker. Es gibt sogar Rezepte für Süßspeisen und Kuchen.

Durch ihre geringe Garzeit lassen sich Süßkartoffeln sogar im Toaster zubereiten. Einfach Scheiben von einem halben Zentimeter Dicke schneiden, zweimal auf hoher Stufe toasten und schon sind sie gar.

Allerdings müssen Süßkartoffeln gar nicht unbedingt gekocht werden. Sie können auch roh als Gemüsesticks oder geraspelt als Salat gegessen werden. Das unterscheidet sie ebenfalls von ihrer Namensschwester. Die sollte immer gekocht verzehrt werden.

Brokkoliauflauf mit Süßkartoffeln
Brokkoliauflauf mit Süßkartoffeln

Welche Nährwerte liefern Süßkartoffeln?

Süßkartoffeln liefern eine reiche Auswahl an Nährstoffen. Angefangen bei Kohlenhydraten punktet die Süßkartoffel auch bei den Mikronährstoffen. Sie liefert Calcium, Magnesium, Eisen, Kalium und Phosphor, dazu die Vitamine C und E sowie Folsäure.

Besonders erwähnenswert ist das reichlich enthaltene Beta-Carotin, also die pflanzliche Vorstufe von Vitamin A. Der Gehalt ist besonders hoch und ist auch für die schöne orangene Farbe der Süßkartoffel verantwortlich. Im Vergleich zu Kartoffeln liefern Süßkartoffeln mehr Energie.

Durchschnittliche Nährwerte je 100g
Kalorien 86 kcal
Fett 0,1 g
Kohlenhydrate 20 g
Ballaststoffe 3 g
Eiweiß 1,6 g

Unsere liebsten Süßkartoffel-Rezepte

Nun, da ihr alles Wissenswerte über Süßkartoffeln erfahren habt, kann es ja ans Kochen gehen. In unserer Rezeptsammlung findet ihr von der Suppe, über Aufläufe bis hin zur Buddha Bowl viele leckere Ideen mit Süßkartoffeln. Schaut doch mal rein!

Saisonkalender für Gemüse

Viele weitere Infos über frisches Gemüse findet ihr übrigens in unserer Einführung in die regionale und saisonale Ernährung. Und wenn ihr, neben Süßkartoffeln auch die Saisonzeiten anderer Gemüsesorten erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibts frisches Gemüse satt!

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Autor:in

Porträt von Steffi Sinzenich

Julia Icking

Julia ist Diplom-Ökotrophologin und betreibt ein eigenes Text­büro mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Ernährung. Für unser Gaumenfreundin-Magazin schreibt sie zu allen Themen rund um Ernährung, eine gesunde Lebensweise und die Warenkunde von Lebensmitteln.

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