Kürbis – leckere Beere vom herbstlichen Feld

Ja, richtig gehört, Kürbisse sind Beeren – zumindest botanisch gesehen. Kein Wunder, dass sie so lecker sind! Jetzt im Herbst hat Kürbis Saison und verwöhnt uns mit tollen Farben und feinem Geschmack. Besonders beliebt ist der orange Hokkaido, nicht zuletzt, weil er so einfach zu handhaben ist.

Ein erntereifer Kürbis auf dem Feld
Bild: Knippser / stock.adobe.com

Wann hat Kürbis Saison?

Die Kürbis-Saison beginnt im September und geht bis in den November hinein. Erntereif sind die Früchte, wenn sie ausgewachsen und ihre Stiele verholzt sind. So geerntet, sind sie locker bis ins nächste Frühjahr haltbar.

Ein Feld voller Kürbisse
Bild: Smileus / stock.adobe.com

Welche Kürbissorten gibt es?

Die Familie der Kürbisse umfasst rund 800 Sorten. Allerdings sind nicht alle essbar, denn Zierkürbisse enthalten Bitterstoffe und sind ungenießbar. Speisekürbisse gibt es in allen Größen. Der beliebte Hokkaido liegt mit einem bis zwei Kilo im unteren Mittelfeld. Seine Schale ist essbar und der Geschmack mild bis nussig. Auch der birnenförmige Butternut ist oft zu finden. Er hat eine etwas dickere Schale, die man am besten vor dem Kochen entfernt.

Verschiedene Kürbissorten
Bild: uckyo / stock.adobe.com

Zu den Minis zählen der UFO-förmige, orange Patisson und die grün-gelbe Sorte Sweet Dumpling, die gerne gefüllt wie eine Paprikaschote zubereitet wird. Größer ist der sogenannte Bischofmützen-Kürbis, dessen charakteristische Form aussieht, als ob oben aus einem Kürbis ein zweiter herauswächst. Seine Schale ist grün-orange gemustert und zu hart zum Essen. Die größten Vertreter sind die Riesenzentner, die bis zu 50 kg oder mehr wiegen.

Wer es ausgefallen mag, greift zum Spaghettikürbis: Im Ganzen gebacken erinnert sein Fruchtfleisch nach dem Garen an Spaghetti.

Kürbis kaufen und lagern

Frische Kürbisse sind fest und unbeschädigt, ohne Druckstellen oder sichtbare Macken. Die Reife zeigt der verholzte Stiel an und sie klingen hohl, wenn man darauf klopft. Eine helle Stelle auf der Schale ist kein Makel, denn mit dieser Seite lag der Kürbis auf dem Boden, so dass sie keine Sonne gesehen hat.

Die Riesenbeeren sind im kühlen und trockenen Keller mehrere Wochen haltbar. Angeschnittene Stücke bleiben in Folie gewickelt im Gemüsefach ungefähr eine Woche frisch.

Angeschnittener Hokkaido-Kürbis

Kürbis in der Küche

Speisekürbisse schmecken mild bis würzig. Das größte Problem ist oft das Schneiden. Am besten geht es mit einem großen Messer auf einem großen Brett. Ganz hartnäckige Exemplare kann man vorsichtig auf den Boden fallen lassen. Dann bekommen sie erste Risse, was das weitere Schneiden erleichtert. Alternativ kann Kürbis zuerst im Ofen gebacken werden. Nach einer halben Stunde bei 150 °C sollten sich die meisten Sorten gut schneiden lassen. Die Kerne nach dem Halbieren mit einem großen Löffel aus dem Inneren entfernen.

Kürbis schmeckt klassisch als Suppe mit Ingwer und Chili, macht aber auch im Curry eine gute Figur. Abwechslung bringen Kürbis-Gnocchi und der Spaghetti-Kürbis hat sowieso seinen eigenen Unterhaltungswert. Kürbis geht sogar süß: Als saftiger Kuchen oder Marmelade schmeckt er ausgefallen, aber fein. Wer die herbstliche Pracht haltbar machen möchte, kann Kürbis süß-sauer einlegen. So hält der Genuss bis zur nächsten Saison.

Schneller Kürbissalat mit Birne, Feldsalat, Walnüssen und Feta
Schneller Kürbissalat mit Birne, Feldsalat, Walnüssen und Feta

Kürbiskerne rösten

Kürbiskerne sind viel zu schade zum Wegwerfen, denn darin stecken reichlich Energie und tolle Nährstoffe. Zum Rösten die Kerne vom Fruchtfleisch befreien, auf einem Backblech ausbreiten und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C rund 20 Minuten backen. Zwischendurch einmal wenden. Nach dem Abkühlen muss man die Kürbiskerne einzeln knacken. Wer mag, röstet die geknackten Kerne für 2-3 Minuten trocken in der Pfanne.

Welche Nährstoffe stecken im Kürbis?

Kürbis liefert vor allem Kohlenhydrate, Eiweiß und sehr wenig Fett. Dazu kommen Vitamin C, beta-Carotin, also die Vorstufe von Vitamin A, aber auch die Vitamine B1, B2 und B6, die in verschiedenen Stoffwechselvorgängen und für die Nerven wichtig sind. Bei den Mineralstoffen sind Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen zu erwähnen.

Hokkaido-Kürbis – Durchschnittliche Nährwerte je 100g
Kalorien 63 kcal
Fett 0,6 g
Kohlenhydrate 12 g
Ballaststoffe 2,3 g
Eiweiß 1,7 g

Unsere liebsten Kürbis-Rezepte

Da ihr nun sachkundige Kürbis-Kenner seid, kann es ja ans Kochen gehen. In unserer Kürbis-Rezeptsammlung findet ihr viele tolle Ideen mit Bohnen als Hauptzutat oder Beilage. Schaut doch mal rein!

Saisonkalender für Gemüse

Viele weitere Infos über frisches Gemüse findet ihr übrigens in unserer Einführung in die regionale und saisonale Ernährung. Und wenn ihr, neben Kürbissen auch die Saisonzeiten anderer Feldfrüchte erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibt’s frisches Gemüse satt!

Kürbis-Saison und Infos zu Nährwerten und Rezepte

Beitragsbild: Knippser / stock.adobe.com

Autor:in

Porträt von Steffi Sinzenich

Julia Icking

Julia ist Diplom-Ökotrophologin und betreibt ein eigenes Text­büro mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Ernährung. Für unser Gaumenfreundin-Magazin schreibt sie zu allen Themen rund um Ernährung, eine gesunde Lebensweise und die Warenkunde von Lebensmitteln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Keine Rezepte mehr verpassen!

Jetzt alle Rezept-Updates bequem per Mail erhalten.