Sommerbeeren – Vielfalt von feinherb bis zuckersüß

Was haben Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren gemeinsam? Richtig, sie haben im Sommer Saison. Die verschiedenen Sorten bringen nicht nur herrliche Farbtupfer auf den Teller, Sommerbeeren sind auch echte Nährstoffbomben. Die Heidelbeere – auch Blaubeere genannt – gilt sogar als heimisches Superfood. Was will man mehr? Richtig, Erdbeeren! Die sommerlichen Schönheiten mögen wir so sehr, dass sie ihren eigenen Erdbeer-Artikel in der Food-Fibel bekommen haben.

Reife Himbeeren am Strauch
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Wann haben Sommerbeeren Saison?

Aus dem heimischen Freiland gibt es Beeren nur eine relativ kurze Zeit. Die süßen Himbeeren machen den Anfang. Sie reifen ab Juni, tragen aber je nach Sorte auch später oder sogar im Herbst ein zweites Mal. Rund um den 24. Juni, also den Johannistag, ist die Johannisbeer-Saison. Heimische Blaubeeren gibt es im Juli und August, Brombeeren aus der Region noch etwas später. Die Saison ist kurz, ein guter Grund, in dieser Zeit so viele Sommerbeeren wie möglich zu genießen.

Brombeersträucher im Feld
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Alles Beere – von wegen

Auch wenn sie alle auf den Namen „Beere“ hören, tatsächlich sind Himbeeren und Brombeeren botanisch gesehen keine echten Beeren. Die vielen kleinen Kügelchen sind nämlich Steinfrüchte, so dass die Frucht offiziell eine Sammelsteinfrucht ist. Bei Johannisbeere und Heidelbeere ist der Name aber Programm. Im Gegensatz zur stets blau bis lilafarbenen Heidelbeere gibt es die feinherben Johannisbeeren in rot, rosa, weiß und schwarz. Schwarze Johannisbeeren hören auch auf die Namen Gichtbeere oder Bocksbeere.

Eine sommerliche Beeren-Mischung
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Beeren kaufen und lagern

Im Handel gibt es frische Beeren meist in kleinen, offenen Schälchen oder rundum verpackt. Es lohnt sich, die Beeren genau anzuschauen, denn vor allem Himbeeren und Brombeeren sind sehr empfindlich und schimmeln rasch. Auch beim Transport sollte man vorsichtig sein und die Beeren nicht quetschen. Johannisbeeren und Heidelbeeren sind nicht ganz so empfindlich, mögen es aber auch, vorsichtig behandelt zu werden.

Zu Hause vernascht man die Beeren am besten sofort. Wer sie lagern möchte, stellt die Früchte ungewaschen ins Gemüsefach des Kühlschranks. Himbeeren und Brombeeren bleiben hier einige wenige Tage frisch, Johannisbeeren und Heidelbeeren sogar eine Woche oder etwas länger. Allerdings verlieren die meisten Beeren beim Kühlen einen Teil ihres Aromas. Also vielleicht doch besser schnell Aufessen… Alternativ eignen sich Beeren zum Einfrieren. Nach dem Auftauen sind sie allerdings etwas weicher als frische.

Eine Obstschale voller Sommerbeeren
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Beeren in der Küche

Alle Beerensorten sollten vor dem Verzehr gewaschen werden. Bei Johannisbeeren und Blaubeeren eignet sich ein sanfter Wasserstrahl zum Abbrausen. Bei den empfindlichen Himbeeren und Brombeeren eignet sich eine Schüssel mit Wasser zum Waschen, um sie nicht zu beschädigen. Nach einem kurzen Bad dürfen die Beeren auf einem ausgebreiteten Küchentuch abtropfen und sind dann bereit zum Vernaschen oder Weiterverarbeiten.

Wer es schafft, nicht alle Beeren pur aufzuessen, kann damit seinen Frühstücksporridge verfeinern, eine himmlische Sommertorte backen oder sie zu feiner Eiscreme verarbeiten. Die fein-säuerlichen Johannisbeeren harmonieren sehr gut mit Vanillepudding oder Vanilleeis, sommerlich süße Himbeeren verfeinern zum Beispiel das Dressing für einen sommerlichen Salat. Heidelbeeren sind ein Klassiker in Muffins, schmecken aber auch zu grünem Spargel oder Zucchinispaghetti. Brombeeren lassen sich zu feinem Gelee verarbeiten oder als Topping auf Overnight Oats setzen.

Frozen Joghurt mit Himbeeren und Banane

Welche Nährwerte liefern sommerliche Beeren?

Allen Sommerbeeren gemeinsam ist, dass sie reichlich Vitamin C enthalten. Absolute Spitze sind schwarze Johannisbeeren. Himbeeren punkten zusätzlich mit Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A, das am Sehprozess beteiligt ist. Es steckt auch in Johannisbeeren, die außerdem einen besonders hohen Ballaststoffgehalt haben. Brombeeren liefern auch Vitamin E, das Schönheitsvitamin für Haut und Haare. Der Nährstoffstar unter den Sommerbeeren ist aber die Heidelbeere. Sie liefert nicht nur die Vitamine C und E und verschiedene Mineralstoffe, sondern auch jede Menge Antioxidantien und Polyphenole. Die schützen die Zellen und stärken das Immunsystem.

Durchschnittliche Nährwerte je 100 Gramm
Kalorien Himbeeren: 33 kcal

Brombeeren: 36 kcal

Johannisbeeren (rot): 35 kcal

Heidelbeeren: 42 kcal

Fett Himbeeren: 0 g

Brombeeren: 1 g

Johannisbeeren (rot): 1 g

Heidelbeeren: 0,6 g

Kohlenhydrate Himbeeren: 5 g

Brombeeren: 6,2 g

Johannisbeeren (rot): 5,4 g

Heidelbeeren: 7,4 g

Ballaststoffe Himbeeren: 5 g

Brombeeren: 3,2 g

Johannisbeeren (rot): 2,7 g

Heidelbeeren: 4,9g

Eiweiß Himbeeren: 1 g

Brombeeren: 1,2 g

Johannisbeeren (rot): 0,5 g

Heidelbeeren: 0,6 g

Alle meine Beeren-Rezepte

Da ihr nun alles über die wichtigsten Sommerbeeren wisst, können ihr direkt loslegen. In unserer Sommerbeeren-Rezeptsammlung findet ihr von Frozen Joghurt, über Muffins, bis hin zum Vanille-Porridge mit Beeren jede Menge tolle Ideen für die leckeren Beerenfrüchte. Schaut doch mal rein!

Saisonkalender für Obst

Wenn ihr, neben Sommerbeeren auch die Saisonzeiten anderer Obstsorten erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibts frisches Obst satt!

Alles über Erdbeeren – Sommerliche Schönheiten mit einem Geheimnis

Erdbeerkorb im Feld während der Erdbeerzeit
Beitragsbild: bit24 / stock.adobe.com

Alles über Sommerbeeren auf einem Blick als Infografik

Autor:in

Porträt von Steffi Sinzenich

Julia Icking

Julia ist Diplom-Ökotrophologin und betreibt ein eigenes Text­büro mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Ernährung. Für unser Gaumenfreundin-Magazin schreibt sie zu allen Themen rund um Ernährung, eine gesunde Lebensweise und die Warenkunde von Lebensmitteln.

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