Bärlauch – frisches Grün als würziger Frühjahrsbote

von Marc Sinzenich

Die Bärlauch-Saison beginnt früh im Jahr, lange bevor andere Kräuter sprießen. Das aromatische Wildgemüse ist dann in schattigen Wäldern zu finden und verströmt dort seinen intensiven, knoblauchähnlichen Geruch. Beim Pflücken ist allerdings Vorsicht geboten, denn es besteht Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen. Bärlauch dagegen ist köstlich, voller gesunder Nährstoffe und läutet mit seinem würzigen Geschmack die Zeit der frischen Kräuter ein.

Einzelne Bärlauch-Pflanzen im Wald

Bild: © Martina / stock.adobe.com

 

Wann hat Bärlauch Saison?

Die Bärlauch-Saison beginnt im März und dauert bis in den Mai hinein. Wann genau die Bärlauch-Zeit endet ist vom Wetter abhängig. Wenn die Pflanze ihre kleinen, weißen Blüten zeigt, ist es leider vorbei mit dem Genuss. Dann verlieren die Blätter ihren charakteristischen Geschmack.

Bärlauch wächst gerne in schattigen Laubwäldern und ist oft auf großen Flächen in der Nähe von Bächen zu finden. Das Ernten ist prinzipiell erlaubt, dabei gilt wie für andere Wildkräuter auch, die sogenannte „Handstrauß-Regel“: Es ist erlaubt so viel zu ernten, wie man als Sträußchen nach Hause tragen kann. Ideal ist es, von jeder Pflanze nur einige Blätter zu nehmen. Dann wachsen sie gut weiter, so dass auch andere Bärlauchfreunde ernten können.

Echte Bärlauchfans geben dem Wildkraut ein Stück Beet in ihrem Garten. Das sollte möglichst schattig sein, dann fühlt die Pflanze sich wohl und vermehrt sich leicht.

Bärlauchwiese in schattigem Waldstück

Bild: © ferkelraggae / stock.adobe.com

Bärlauch von giftigen Pflanzen unterscheiden

Wer beim Selberpflücken von Bärlauch genau hinschaut, muss keine Verwechslung mit giftigen Pflanzen fürchten, denn es gibt ein paar eindeutige Hinweise darauf, wer wer ist. So sehen die Blätter von Maiglöckchen, Herbstzeitlosen und die jungen Blätter des Gefleckten Aronstabs dem Bärlauch zwar ähnlich, es gibt aber Unterschiede: Bärlauch bildet zum Beispiel immer nur einzelne Blätter an einem Stängel aus. Maiglöckchen haben dagegen zwei Blätter pro Stängel und Herbstzeitlose gar keine Stängel.

Auch haben Bärlauchblätter eine matte Unterseite, während die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen glänzen. Die Unterscheidung vom Gefleckten Aronstab erfolgt anhand der Blattnerven: Beim Bärlauch verlaufen die Blattnerven parallel zueinander, während sie beim Gefleckten Aronstab netzartig verzweigt sind.

Ein Bündel frischer Bärlauch

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Bärlauch kaufen und lagern

Mittlerweile gibt es Bärlauch auch an vielen Marktständen und im gut sortierten Supermarkt. Das würzige Kraut wird in kleinen Bünden verkauft. Frischer Bärlauch ist an seiner kräftig grünen Farbe erkennbar. Die Blätter sollten weder braune Stellen haben noch welk sein.

Wer nicht den ganzen Bund auf einmal verbraucht, kann die restlichen Blätter in feuchtes Küchenpapier einschlagen und im Kühlschrank lagern. Eine gute Alternative ist es, die Blätter mit Öl zu pürieren. Das verlängert die Haltbarkeit und das knoblauch-würzige Öl steht zum Verfeinern beim Zubereiten gleich bereit.

Frisch gehackter Bärlauch auf dem Holzbrett

Bild: © Gaumenfreundin

Bärlauch in der Küche

In der Küche lässt sich Bärlauch als Gemüse, wie auch als Gewürz einsetzen. Bei der Zubereitung als Gemüse verlieren die grünen Blätter einen Teil ihres typischen Geschmacks. Trotzdem schmecken sie zum Beispiel in einer sahnigen Sauce lecker zu Pasta oder verleihen einer Sauce Hollandaise das gewisse Etwas.

Roh ist Bärlauch ein köstliches Würzkraut, das vielen Gerichten eine leckere Knoblauchnote verleiht. Der große Vorteil von Bärlauch: Trotz des Geschmacks hinterlässt er keinen unangenehmen Atem. Er eignet sich als Beigabe zu Salaten, schmeckt als raffinierte Bärlauchbutter oder als nussig-würziges Pesto.

Bärlauchnudeln mit Frischkäse, frischem Bärlauch und Tomaten

Bild: © Gaumenfreundin

Welche Nährstoffe stecken im Bärlauch?

Als waschechtes Wildkraut liefert Bärlauch eine beeindruckende Nährstoffvielfalt. Er ist reich an Vitamin C, liefert aber auch Mangan, Kalium und Eisen. Vor allem Vegetarier und Veganer können die Extraportion Eisen oft gut gebrauchen.

Der besondere Geschmack des Bärlauchs entsteht übrigens durch verschiedene schwefelhaltige Verbindungen, die unter anderem antibiotisch wirken können und sogar in der Krebsprävention erforscht werden.

Durchschnittliche Nährwerte je 100 Gramm
Kalorien 19 kcal
Fett 0,3 g
Kohlenhydrate 2,9 g
Ballaststoffe 2,1 g
Eiweiß 0,9 g

 

Infografik Bärlauch - Alles über die Bärlauch Saison und die Nährstoffe

Saisonkalender für Gemüse

Viele weitere Infos über frisches Gemüse findet ihr übrigens in unserer Einführung in die regionale und saisonale Ernährung. Und wenn ihr, neben Bärlauch, auch die Saisonzeiten anderer Gemüsesorten erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibts frisches Gemüse satt!

Saisonkalender für Gemüse

Saisonkalender für Gemüse zum Runterladen und Ausdrucken

Autorin: Julia Icking

Beitragsbild: Bild: © Martina / stock.adobe.com

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