Rhabarberzeit – Alles über einen Wolf im Schafspelz

von Marc Sinzenich

Die Rhabarberzeit hat begonnen! Auf dem Markt und auch im Supermarkt liegt Rhabarber meist zwischen Äpfeln, Birnen und Bananen im Obstregal. Aber eigentlich gehört er da gar nicht hin, denn botanisch gesehen ist Rhabarber ein Gemüse. Trotzdem landet er meist im Kuchen oder in der Marmelade und letztlich ist das ja auch egal. Wichtig ist nur, dass die dicken Blattstiele unseren Speiseplan mit ihrem säuerlich-feinherben Geschmack bereichern. Dabei kann das gesunde Gemüse aber auch giftig sein.

Rhabarberpflanze wächst im Feld© manuta / #279344307 / stock.adobe.com

 

Wann beginnt die Rhabarberzeit?

Rhabarber wächst bei uns im Freiland und kann je nach Wetter ab Anfang April geerntet werden. Aus den Nachbarländern Niederlande und Belgien kommt er manchmal schon ab März zu uns. Dann ist er allerdings unter Glas gewachsen. Die Rhabarber-Saison endet rund um den 24. Juni. Danach darf sich die Pflanze wieder erholen, um im nächsten Jahr wieder viele Blätter zu entwickeln.

Feld voller Rhabarberpflanzen© g215 / #103108459 / stock.adobe.com

Welche Rhabarber-Sorten gibt es?

Neben den grünlichen Sorten gibt es auch eher rote Stangen, die sich im Geschmack deutlich unterscheiden. Grüne Sorten sind besonders säuerlich, je rötlicher die Stängel, desto süßer das Aroma. Der sogenannte Himbeer-Rhabarber mit seinen roten Stängeln ist besonders beliebt.

 

Rhabarber kaufen und lagern

Frischer Rhabarber ist knackig und fest. Die Schnittstellen sollten frisch sein. Zu Hause bleibt er, in ein feuchtes Tuch gewickelt, noch einige Tage im Gemüsefach des Kühlschranks frisch. Wer den Rhabarber noch länger lagern möchte, kann ihn putzen, in Stücke schneiden und einfrieren. Dafür eignen sich fest schließende Dosen oder Gefrierbeutel mit einem geeigneten Verschluss.

Gebündelte Rhabarberstangen© volff / #47666426 / stock.adobe.com

Extra-Tipp: Rhabarber liegt nicht gerne neben Äpfeln, Bananen, Mangos oder Tomaten. Hier verdirbt er nämlich schneller.

 

Rhabarber und Oxalsäure

Oxalsäure steckt in vielen Obst und Gemüsesorten. Doch nur wenige Sorten wie Rhabarber enthalten größere Mengen davon. Im Körper kann Oxalsäure die Verfügbarkeit verschiedener Mineralstoffe mindern – zum Beispiel Calcium. Die Säure ist auch für das stumpfe Gefühl verantwortlich, dass diese Lebensmittel auf den Zähnen hinterlässt.

Der regelmäßige Verzehr oxalsäurehaltiger Lebensmittel kann also Nachteile haben. Das lässt sich aber recht einfach verhindern, indem man gleichzeitig calciumreiche Produkte isst. Und wem würde es schwerfallen Rhabarber mit Pudding oder Nüssen zu kombinieren?

In den üblichen Verzehrmengen ist Oxalsäure für gesunde Menschen dagegen völlig unproblematisch. Die möglichen Verluste sind gut zu verkraften. Anders sieht das bei Menschen mit Nierenerkrankungen aus. Sie sollten beim Verzehr oxalsäurehaltiger Lebensmittel vorsichtig sein und vorher mit ihrem Arzt sprechen.

Weitere Lebensmittel, die Oxalsäure liefern, sind zum Beispiel Spinat, Mangold, Rote Bete und Süßkartoffeln.

Rhabarber-Crumble

© Marc Sinzenich / Gaumenfreundin.de

Rhabarber in der Küche

Rhabarber ist recht einfach zu verarbeiten. Zuerst werden die Stängel gewaschen, dann die Enden abgeschnitten und schließlich die faserige Haut mit dem Messer abgezogen. Das verringert auch den Oxalsäuregehalt. Jetzt kann der Rhabarber weiterverarbeitet werden. Traditionell wird er als Kuchen mit Baiserhaube serviert. Dann wandern die Rhabarber-Stücke roh in den Teig und garen im Ofen.

Wird der geschnittene Rhabarber in Wasser gegart, geht ein Großteil der Oxalsäure ins Kochwasser über und kann weg geschüttet werden. Da beim Garen auch ein Teil der Säure verfliegt, das Kompott am besten erst am Ende süßen. Dazu passt Vanillesoße oder Eis. Eine ausgefallene Zubereitung für Rhabarber ist ein Relish (Würzsoße), das zu Fleisch und Fischgerichten passt. Roh sollte man Rhabarber eher nicht essen.

 

Welche Nährwerte stecken im Rhabarber?

Rhabarber liefert nur wenige Kalorien. Dafür umso mehr wichtige Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin C, und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Phosphor. Neben diesen wichtigen Mikronährstoffen enthält Rhabarber auch noch ziemlich große Mengen von Oxalsäure.

Durchschnittliche Nährwerte je 100g:
Kohlenhydrate 1,4 g
Eiweiß 0,6 g
Ballaststoffe 3,2 g
Fett 0,1 g
Kohlenhydrate 200 kcal

 

Meine liebsten Rhabarber-Rezepte

 

Saisonkalender für Gemüse

Viele weitere Infos über frisches Gemüse findet ihr übrigens in unserer Einführung in die regionale und saisonale Ernährung. Und wenn ihr, neben der Rhabarber-Saison, auch die Saisonzeiten anderer Gemüsesorten erfahren wollt, dann ladet euch doch unseren Saisonkalender runter. Dort gibts frisches Gemüse satt!

Saisonkalender für Gemüse

Saisonkalender für Gemüse zum Runterladen und Ausdrucken

Autorin: Julia Icking

Beitragsbild: © Fischer Food Design / #66681894 / stock.adobe.com

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