Weihnachtsduft liegt in der Luft – die beliebtesten Weihnachtsgewürze

Endlich ist sie da: Die Zeit des Jahres, in der alles nach Lebkuchen und Glühwein riecht. Dieser Geruch, der uns unversehens zurück in die Kindheit versetzt. Es riecht nach Zimt, Nelken und Vanille. Die Luft vibriert vor Aufregung und Vorfreude. Damit du in Düften und Aromen schwelgen kannst und so richtig Lust aufs Plätzchenbacken bekommst, stellen wir dir hier die wichtigsten Klassiker, aber auch exotische Weihnachtsgewürze vor und verraten, wie du sie am besten verwendest.

Weihnachtsgewürze und Punschgläser
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9 unverzichtbare Weihnachtsgewürze

Zimt

an Weihnachten: Zimtsterne, Lebkuchen, Spekulatius, Plätzchen, Bratäpfel, Glühwein, Punsch
im Alltag: Kuchen, dunkle Saucen

Zimt
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Unverzichtbar und in vielen weihnachtlichen Gewürzmischungen enthalten ist Zimt. Süßlich-warm und gleichzeitig holzig-erdig schmeckt die Rinde des Zimtbaums, die zu den charakteristischen Stangen aufgerollt wird. Und schon an den Stangen ist die Zimtsorte erkennbar: Cassia-Zimt stammt aus China und schmeckt besonders kräftig. Hier wird die gesamte Rinde des Baums verarbeitet, so dass die Zimtstangen aus einer dicken Schicht bestehen.

Die andere Zimtsorte ist Ceylon-Zimt. Sie stammt aus Sri Lanka, wird heute aber auch in Indonesien, Indien und Brasilien angebaut. Bei Ceylon-Zimt wird nur die äußerste Schicht der Rinde geerntet, so dass die Stangen aus vielen dünnen Schichten bestehen. Diese Sorte schmeckt aromatisch-süßlich und enthält weniger des gesundheitsschädlichen Stoffs Cumarin. Wer viel Zimt isst, sollte daher darauf achten, Ceylon-Zimt zu verwenden.

Bei gemahlenem Zimtpulver gibt die Farbe einen Hinweis auf die Qualität. Je blasser sie ist, desto hochwertiger. Gut verschlossen und trocken gelagert behält Zimt sein weihnachtliches Aroma bis zu vier Jahre. Er soll übrigens auch gut für das Immunsystem sein und gegen Erkältungen wirken.

Ohne Zimt wäre die Weihnachtszeit nur halb so lecker. Um Punsch, Glühwein oder Rotweinsoße zu aromatisieren, können die Stangen im Ganzen mit in den Topf und zum Servieren entfernt werden. Gemahlener Zimt würzt zarte Zimtsterne, nussige Lebkuchen und würzige Spekulatius.

Muskat

an Weihnachten: Lebkuchen, Spekulatius, Glühwein
im Alltag: Kartoffelpüree, Béchamel-Sauce

Muskat
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Viele von uns denken bei Muskatnuss vermutlich als erstes an Kartoffelpüree. Aber Muskat kann noch viel mehr, denn die Samen des Muskatbaums gehören zu den klassischen Weihnachtsgewürzen. GeriebeneMuskatnuss rundet den typischen Geschmack von Lebkuchen und Spekulatius ab. Im Handel gibt es die ganzen Samen oder fertig gemahlenes Pulver zu kaufen. Am besten schmeckt Muskat frisch gerieben, denn die enthaltenen ätherischen Öle verfliegen schnell.

In den Plätzchenteig gehört immer nur eine kleine Prise, , sonst wird der Geschmack rasch zu dominant. Richtig große Mengen sind sogar gesundheitsschädlich. Aber keine Angst, Lebkuchen und Spekulatius dürfen wir uns trotzdem schmecken lassen.

Nelken

an Weihnachten: Lebkuchen, Glühwein, Punsch, Früchtebrot
im Alltag: deftige Gerichte, Braten, Eintöpfe, Rotkohl

Gewürznelken
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Gewürznelken sind die getrockneten Blüten des Nelkenbaums aus Indonesien. Es gibt sie als ganze Knospen oder zu Pulver gemahlen im Handel. Bei Nelkenpulver ist eine dunkle Farbe ein Hinweis auf höhere Qualität, denn dann wurden nur die aromatischen Köpfchen der Knospen gemahlen. Eine hellere Farbe weist darauf hin, dass auch die Stängel mitverarbeitet wurden. Sie enthalten den größten Teil des eher bitteren Nelkenöls. Das merkt man auch, wenn man den Stiel vorsichtig drückt, denn dann tritt das Öl heraus.

Tipp: Um frische Nelken zu erkennen, kannst du sie in etwas Wasser legen. Zeigt der Stiel nach unten oder sinkt die ganze Knospe, sind die Nelken frisch. Schwimmt die Nelke komplett, so weist das auf entölte und damit minderwertige Ware hin.

Nelken haben einen intensiv süßlich-scharfen Geschmack. Das typische Aroma kann leicht sehr durchdringend werden, so dass immer nur wenige Nelken nötig sind. Für Glühwein genügen z. B. etwa fünf Stück. Nelkenöl hat eine betäubende und entzündungshemmende Wirkung, was es zu einem beliebten Hausmittel bei Zahnschmerzen macht. Wenn kein Nelkenöl zur Hand ist, kann man auch eine ganze Nelke vorsichtig kauen. Außerdem regen Nelken in kleinen Mengen die Verdauung an und können Bauchschmerzen lindern. Eine gute Eigenschaft für ein Weihnachtsgewürz, finden wir.

Tonkabohne

an Weihnachten: Buttergebäck, Kokosmakronen, Schokoladenplätzchen
im Alltag: Süßspeisen, Cremes, Fischgerichte

Tonkabohnen
Bild: fotoliaanjak / stock.adobe.com

Ein Neuling auf der Palette der Weihnachtsgewürze ist die Tonkabohne. Im Gegensatz zu ihrem Namen ist sie eigentlich der Samen des riesenhaften Tonkabaums, der in Südamerika wächst. Er wird bis zu 30 Meter hoch! Die fünf bis sechs Zentimeter langen dunkelbraunen Samen sehen unscheinbar aus, aber das täuscht. Sie bergen ein Aroma nach Vanille, Karamell und vielleicht einem Hauch von Süßholz. Ähnlich wie Muskatnuss können sie auf einer feinen Reibe gerieben werden. Eine Prise genügt, damit sie ihr unvergleichliches Aroma verbreiten. Und das ist gut so, denn das exotische Gewürz ist ziemlich edel. Um das Aroma zu erhalten, lagern Tonkabohnen am besten in einer Dose oder einem dunklen Glas an einem kühlen Platz.

Oft kommen Tonkabohnen in süßen und cremigen Speisen zum Einsatz, aber auch in Weihnachtsgebäck machen sie eine gute Figur. Besonders fein harmonieren sie mit Kakao oder Kokos und zartem Buttergebäck verleihen sie ein ganz besonderes Aroma. In der feinen Küche aromatisieren sie sogar edle Fischgerichte oder Hummer. Der Duft der Tonkabohne soll als Räuchermittel beruhigend wirken.

Wer die vorweihnachtliche Stimmung also perfekt machen möchte, lässt Raum und Plätzchenteig gleichermaßen nach Tonkabohnen duften. Worauf wartest du noch?

Vanille

an Weihnachten: Vanillekipferl, Schneebälle, Stollen
im Alltag: Wildgerichte, Milchreis, Grießbrei

Vanille
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Ein Geschmack wie weiche Wolken – besser können wir es nicht beschreiben. Kein Wunder, dass Vanille zu den beliebtesten Weihnachtsgewürzen zählt. Die bekannteste und aromatischste Sorte ist die Bourbon-Vanille. Vanille gibt es als ganze Schoten, aber auch fertig als Vanillezucker im Handel. Hier liegt die Tücke im Detail, denn nur wo Vanillezucker drauf steht ist auf Vanillezucker drin. Günstigere Produkte heißen Vanillinzucker und enthalten den Aromastoff Vanillin. Er ist das Hauptaroma der Vanille und kann künstlich hergestellt werden.

Wer das volle Aroma haben möchte, greift am besten zu Schote. Sie wird längs aufgeschnitten und das schwarze Mark mit einem Messer herausgekratzt. Dieser Duft ist immer wieder himmlisch! Mit der leeren Schote kannst du dann deinen eigenen Vanillezucker aromatisieren. Einfach Zucker in ein Schraubglas füllen und mit der leeren Vanilleschote durchziehen lassen. Die leere Schote kann aber nicht nur Zucker aromatisieren, sondern auch in Milchreis oder Grießbrei mitgekocht werden und ihr besonderes Aroma abgeben.

An Weihnachten lassen wir uns am liebsten zarte Vanillekipferl oder luftige Schneebälle schmecken, aber Vanille passt auch bestens zu Stollen oder Wildgerichten. Weiche Vanillewolken gehören für uns zu jeder heimeligen Plätzchenrunde einfach dazu.

Kardamom

an Weihnachten: Spekulatius, Pfeffernüsse, Lebkuchen, Printen
im Alltag: Chai-Tee, heiße Schokolade

Kardamom
Bild: lena Schweitzer / stock.adobe.com

Die großen, grünen Kardamomkapseln bergen ein feines Geheimnis in ihrem Inneren, denn in den kleinen, schwarzen Samen steckt ein süßlich-würziger, bisweilen leicht scharfer Geschmack. Kardamom kommt aus Asien und gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die Verwandtschaft mit Ingwer sieht man ihm allerdings nicht an, was daran liegen könnte, dass wir bei Kardamom nicht die Wurzel, sondern die Samen verwenden.

Kardamom entfaltet krampflösende und lindernde Wirkungen und eine gekaute Kardamomkapsel soll schlechten Atem vertreiben. In Asien ist der Geschmack schon beinahe alltäglich, hier bei uns ist Kardamom enger mit Weihnachten verknüpft, denn er würzt sowohl Lebkuchen als auch Spekulatius. Zum Backen ist es am einfachsten, bereits gemahlenen Kardamom zu verwenden, während eine zerdrückte Kapsel auch Chai-Tee oder Kakao wunderbar verfeinert. Also Hausschuhe an und mit einem heißen Chai-Tee aufs Sofa gekuschelt.

Anis

an Weihnachten: Anisplätzchen, Lebkuchen, Printen, Glühwein
im Alltag: Tee, Brot, Fleisch- und Gemüsegerichte

Anis
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Anis stammt aus dem Mittelmeerraum und würzt bei uns vor allem Plätzchen, Printen und Lebkuchen. Die winzigen Körnchen sehen zwar unscheinbar aus, haben es aber in sich. Ihren kräftigen, süßlich-lakritzigen Geschmack verdanken sie dem ätherischen Öl Anethol. Manchen ist es vielleicht als krampflösend und wohltuend bekannt, zum Beispiel in Tees gegen Bauchschmerzen. Der Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache, er hat aber auf jeden Fall das gewisse Etwas.

Anis passt nicht nur zu süßen Speisen, sondern verfeinert auch Fleisch- und Gemüsegerichte und kommt als Brotgewürz zum Einsatz. Dicht verschlossen und trocken gelagert bleibt das Lakritzaroma bis zu fünf Jahre lang erhalten. Egal ob in luftigen Anisplätzchen, Printen oder Lebkuchen – Anis bringt wohlige Weihnachtsgefühle in die Küche.

Sternanis

an Weihnachten: Glühwein, Punsch
im Alltag: Schmorgerichte, Eintöpfe, Soßen

Sternanis
Bild: matka_Wariatka / stock.adobe.com

Schon der Name Sternanis passt phänomenal in die Weihnachtszeit, doch auch der Geschmack der formschönen Samen ist wirklich fein. Sie kommen aus China oder Vietnam und heißen manchmal auch China-Anis oder Badian. Der Geschmack beruht auf dem gleichen ätherischen Öl wie bei Anis. Allerdings muss man ein wenig Geduld haben, um dem gezackten Stern sein Aroma zu entlocken, denn es sitzt gut eingeschlossen im Inneren.

Wer Sternanis verwenden möchte, sollte ihn daher in Gerichten einsetzen, in denen er länger mitköcheln kann. Aus einem Topf Punsch steigt mit der Zeit unweigerlich ein herrlicher Duft auf und verteilt sich in der ganzen Küche. Sternanis harmoniert prima mit Apfelpunsch oder Glühwein.  Er eignet sich aber auch für Schmorgerichte, Eintöpfe oder Soßen, zum Beispiel in Kombination mit Pfeffer.

Piment

an Weihnachten: Pfeffernüsse,  Lebkuchen
im Alltag: Wildgerichte

Piment
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Piment trägt den Beinamen Nelkenpfeffer, was wenig verwundert, wenn man den Geschmack kennt. Er liegt irgendwo zwischen Nelke, Muskat und Zimt gepaart mit einer pfeffrigen Schärfe.  Daher stammt vermutlich auch sein Name, denn Piment bedeutet übersetzt aus dem Spanischen „Pfeffer“. Wahrscheinlich wegen dieser Aromenvielfalt wird er gelegentlich auch als Allspice oder Allgewürz bezeichnet.

Die getrockneten Beeren ähneln tatsächlich Pfefferkörnern und kommen in der Küche ganz oder gemahlen zum Einsatz. Wer ganze Pimentkörner verwendet, kann sie zum Würzen zerdrücken, denn das vervielfacht ihre Würzkraft. Vor dem Verzehr am besten wieder entfernen, damit niemand darauf beißt. Gemahlen verwenden wir Piment in Pfeffernüssen und Lebkuchen, er passt aber auch zu Wildgerichten und gehört sogar in viele Gewürzmischungen für Wurst.

Beliebte Gewürzmischungen zu Weihnachten

Sowohl Spekulatius als auch Lebkuchen haben einen wirklich besonderen Geschmack. Er beruht auf tollen Gewürzmischungen mit vielen edlen und verführerischen Bestandteilen. Für Lebkuchen gibt es keine festgelegte Mischung, es kommen aber oft neun Gewürze zum Einsatz, die dann gerne „Neunerlei Gewürz“heißen. Sie stehen symbolisch für einen Dreiklang, wie die Dreifaltigkeit im christlichen Glauben. Zu den neun Gewürzen gehören Anis, Fenchel, Piment, Ingwer, Koriander, Kardamom, Muskat, Nelken und Zimt.

Adventsgewürze
Bild: annapustynnikova / stock.adobe.com

Auch für das sogenannte Spekulatiusgewürz gibt es keine festgelegte Rezeptur. Es ähnelt der Mischung für Lebkuchen, allerdings enthält es typischerweise viel Zimt. Dazu kommen Muskat, Nelken, Kardamom und Anis. Auch fruchtige Aromen aus Zitronen- oder Orangenschalen können die beiden Gewürzmischungen ergänzen.

Beide Gewürzmischungen versetzen uns immer wieder in diese wunderbare Vorweihnachtsstimmung, die wir am liebsten im Kreis der Familie verbringen. Freunde bekommen natürlich einen leckeren Weihnachtsgruß aus Spekulatius, Lebkuchen und Buttergebäck aus der heimischen Weihnachtsbäckerei. Hier duftet es schon himmlisch.

Das passende Glühweingewürz

Natürlich kann man Punsch und Glühwein einfach fertig kaufen. Aber hast du selbst schon einmal Saft mit den passenden Gewürzen aromatisiert? Vanille und Zimt passen wunderbar zu Apfelsaft, Nelken und Kardamom schmecken zusammen mit Johannisbeeren herrlich weihnachtlich. Für weißen oder roten Glühwein eignen sich Zimtstangen, Nelken, Kardamom und Sternanis, ergänzt durch fruchtige Orangenschale. Du kannst deiner Fantasie aber auch freien Lauf lassen und weitere weihnachtliche Gewürze dazu kombinieren. Zum Beispiel Piment, Muskat oder Vanille.

Gluehweingewürze
Bild: Grafvision / stock.adobe.com

Egal welche Mischung es sein darf, damit die Gewürze später nicht in der Tasse schwimmen, kommen sie in ein Gewürzsäckchen oder alternativ in einen Teebeutel für Kannen. Darin geben die Gewürze ihr Aroma ab und können vor dem Trinken ganz einfach wieder entfernt werden.

Und jetzt? Heizen wir den Ofen vor, kneten den Plätzchenteig und würzen ihn mit Tonkabohne, Piment und einem Hauch Muskatnuss. Und wenn die Plätzchen dann fertig sind, genießen wir einen gemütlich-zimtigen Apfelpunsch auf dem Sofa. So mögen wir die Weihnachtszeit.

 

Titelbild: Lukas Gojda / stock.adobe.com

Autor:in

Porträt von Steffi Sinzenich

Julia Icking

Julia ist Diplom-Ökotrophologin und betreibt ein eigenes Text­büro mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Ernährung. Für unser Gaumenfreundin-Magazin schreibt sie zu allen Themen rund um Ernährung, eine gesunde Lebensweise und die Warenkunde von Lebensmitteln.

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